Dead Birds (5/8)
23.05.2009 . 0 Kommentare
Was bisher geschah: Zwischen Eddy und Susan war es inzwischen zu dem zentralen Streit dieser Geschichte gekommen. Alle Grenzen waren eingestürzt und maßlose Gewalt war die Antwort. Zwischen den beiden blieb es allerdings ruhig. Susan war total verzweifelt, dabei hätte Sie vor Glück umkommen können, denn sie hatte die Stelle erhalten. Die Stelle, an der ihr Schatz vergraben lag, der nur noch Sauerstoff für wenige Stunden zur Verfügung hatte. Er war als einziger ausgesprochen schlecht vorbereitet für diesen Zwischenfall. Nur wenige Meter von dieser Stelle entfernt geht es im 5. Kapitel weiter …
Die Regierung hatte Wind von den Machenschaften im Norden bekommen, denn das Wetter kippte um, wie ein von Umweltaktivisten allein gelassener See. Susan fackelte nicht lange, denn es wurde bereits hell.
Als Tochter ihres bekannten Vaters, der sein ganzes Leben dem Ebnen dieses Weges gewidmet hatte, auf dem sie nun ging, als diese Tochter war sie natürlich hellhörig für alles, was bedrohlich aus der Ferne kam. Sie ging also auf dem Weg ihres Vaters neben der spärlich asphaltierten Landstraße. Kein Wunder, dass sie sich beim ersten, noch sehr leisen
“Olé, Olé, …”
ins Gebüsch warf. Rechtzeitig genug, um von dem tiefergelegten Schweinetransporter unentdeckt zu bleiben, der nun mit einem laut dröhnenden
“… eine Straße viele Bäume …”
unerkannt an ihr vorbei drosch.
Für Eddie hingegen wurde es langsam eng. Immer mehr Gleichgesinnte drängten sich neben ihn in seine ausweglose Situation. Sie teilten sich die letzten Deziliter Sauerstoff nach allen Regeln der Kunst.
Susan musste fürchterlich kotzen, als vom Transporter, der bereits am Horizont verschmolz, ein letzter Fetzen zu hören war:
“… ja das ist eine Allee.”
Sie erbrach alles, sogar die letzten Tropfen Tau, die sie am frühen Morgen von den Blättern gelutscht hatte. Der Nachdurst der gestrigen Feier hatte sich in alle Glieder ausgebreitet und hier in der Pampas war von Trinkhallen weit und breit nichts zu sehen. Völlig ausgehöhlt stand sie auf und schaute in die strahlenden Sonne. Sie dachte an Eddie:
“Da war doch was?!”
Aber sie wusste nicht genau, wo sie ihn zurückgelassen hatte. Und auch nicht warum. In ihrem Gedächtnis klopfe eine leise Erinnerung an Gedanken daran, dass er sich wie ein Vollidiot benommen hatte, nachdem er die K.O.-Tropfen erstaulicherweise gut verdaut hatte, die ihm die Regierung in seinen Tequila Sunrise gemogelt hatte.
Doch ist das ein Grund, sich so zu benehmen wie bei Hempels unter dem Sofa? Nun lag er komplett in schmeichelndes Leder gehüllt in ihrer Wohnzimmertruhe, Hände und Füsse zu einem Knoten vereint drückte er mit aller Kraft von unten gegen den Deckel, der sich mit einem Vorhängeschloss dagegen stemmte. Auch die Kenntnis über die richtige Zahlenkombination (36-22-4) half Eddie nicht, denn der Schlitz war zu schmal, als dass er hätte durchdrehen können.
Kurz bevor Susan aufstand um ihre Uniform zurechtzuzuppeln, dachte sie:
“Ha! Das nenne ich eine gerechte Strafe.”
Zufrieden hatte sie ihr Ziel noch lange nicht erreicht, band ihr langes Haar zu einem Zopf, reckte ihren Hals ein letztes Mal in die warme Sonne, leckte sich die frischen Wunden, ölte ihre Waffen und überlegte kurz, aus welcher Richtung sie gekommen war. Dann setzte sie ihren langen Weg andersrum fort.
Aus der Truhe war ein leises Klopfen zu hören:
“Hallo, ist da draußen jemand? Können Sie mir helfen? Ich kenne auch die richtige Kombination.”
Epilog
Das Licht wird stärker.
Ihre Silhouette immer kleiner, ihre Konturen sind kaum noch auszumachen: zunehmend die Verblendung.
Und also endlich durch.
Ich bin dahin zurückgekehrt, wo nie zuvor ich war.
Abgang sie.
(Fortsetzung folgt)

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