Ferrero und Peppermint – das Interview
28.05.2009 . 0 Kommentare
An der Westküste des Ärmelkanals traf sich in einem abgeschiedenen Hotel-Vorort der aus Film und Funk eher unbekannte René Ferrero um dort die stimmgewaltige Sonja Peppermint zu interviewen. Von dem wortgewandten Gespräch sind leider keine Aufzeichnungen vorhanden, bis auf den folgenden Ausschnitt, der hier und da im Internet kursiert.
Ferrero (räuspert sich): Die wenigsten Zuschauer werden wissen, dass Ihr Vater der eigentliche Erfinder des antialkoholischen Apfelkorns ist. Darauf haben Sie immer wieder in Ihrem provisorischen Theaterstück Bierkohol aufmerksam machen wollen. Waren Sie damit aus Ihrer Sicht erfolgreich?
Peppermint: Hatten wir uns auf der Jubiläumsfeier Pom de Terr nicht auf das Du geeinigt? Ich bin ganz durcheinander.
Ferrero: Oh, entschuldige, Sonja. Dann frage ich anders. Die wenigsten Zuschauer werden wissen, dass Dein Vater der eigentliche Erfinder des antialkoholischen Apfelkorns ist. Darauf hast Du immer wieder in Deinem provisorischen Theaterstück Bierkohol aufmerksam machen wollen. Warst Du damit aus Deiner Sicht erfolgreich?
Peppermint: Nein.
Ferrero: Und ist das vielleicht der Grund für Ihre, äh Deine frühe Abreise aus Europa, wo Du dann mit Deinem späteren Mann Edward ein Leben fast wie im Exil geführt hast?
Peppermint: Immer wieder werden von Euch Pressefuzzis Tatsachen miteinander vermischt und durcheinander gebracht, die nichts miteinander zu tun haben, aber Ihr müsst das ja so machen. Also, ich habe Edward erst kennengelernt, als ich Europa bereits verlassen hatte.
Ferrero: Sage ich doch.
Peppermint: Dann tut es mir leid.
Ferrero: Nicht so schlimm. Schwamm drüber.
Peppermint: Die Geschichte mit Europa, äh Edward endete ja leider tragisch und die Öffentlichkeit hat nur zugesehen. Zivilcourage ist für viele immer noch ein Fremdwort, das sie nur in den Mund nehmen, wenn der Nachbar mal am Sonntag den Rasen mäht oder die Hunde in der Nachbarschaft nicht aufhören wollen, zu bellen. So war es damals bei uns dann auch.
Ferrero: Wechseln wir das Thema …
Peppermint (schniefend): Das wäre mir auch sehr recht. Darf ich auch mal eine Frage stellen?
Ferrero: Gerne.
Peppermint: Danke.
Ferrero: Bevor wir eine kleine Pause machen: könntest Du uns bitte zu unserer Freude ein paar Zeilen aus deinem neuen Gedichtband vortragen, das nächste Woche in den Regalen der Fachmärkte zu finden sein wird? Ich bin sicher, dass alle darauf warten.
Peppermint: Gerne. Ich würde die erste Strophe von “Kimme, Korn und Treffer” aufsagen. Einverstanden?
Ferrero (grinst): Wie Du meinst. Damenwahl.
Peppermint:
Das Auge schlitzt Zentimeter für Zentimeter /
über das heiße Metall /
Der Atem stockt in fremder Richtung /
unter dem weiten All /
Der Finger krumm des Hakens Form /
höret der weite Knall /
im Graben liegt Europas Kind /
der zweite Fall /
Ferrero (denkt kurz nach): Ich kann mir kaum vorstellen, dass Deine Anhänger Dich mit dieser grandiosen Ode an den Frieden in Deiner Heimat, der so lange auf sich warten lässt, fallen lassen werden. Es ist kaum zu glauben, dass Du das alles aus eigener Kraft und ganz alleine geschafft hast.
Peppermint: so etwas kann man nie alleine schaffen. Jeder, der das Gegenteil behauptet gießt Feuer in das Öl, welches ranzig und harzig auf dem Boden der Freiheit zerrinnt. Das regt mich auf.
Ferrero: Einen besseren Schluss für die erste Pause hätte ich mir nicht wünschen können. Vielen Dank bis hierhin. Ich schlage vor, dass wir uns ein paar Minuten frisch machen und dann über die Zeit reden, als der Erfolg Dir die Tür eintrat und Du zum ersten Mal gemerkt hast, welche Kraft Dich dort aus den Angeln zu heben drohte, meine liebe Sonja.
Peppermint: Liebend gerne.
Vorzeitiges Ende
Immer noch sind die unzähligen Fans und Anhänger der brunetten Schönheit auf der Suche nach dem vollständigen Manuskript des Interviews mit dem tragischen Schluss, der so viele Herzen anrührte. Sollte es mir in die Hände fallen, lasse ich es Euch sicher wissen.

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