Twitter hat viel mit Vögeln zu tun
12.11.2009 . 0 Kommentare
Liebe Freunde, sofern Ihr welche seid, es tut mir leid, dass ich längere Zeit nicht habe von mir lesen lassen. Leider war ich viele Wochen damit beschäftigt eine SMS an einen neuen fiktiven Freund zu schreiben. Da ich diesen vorher überhaupt nicht kannte, war die SMS ausgesprochen lang, da ich ihm ein vollständiges Bild meiner Person malen wollte. Was man nicht alles für Freunde tut.
Ein großer Vorteil fiktiver Freude ist, dass sie keinen Ouzo haben, allerhöchstens fiktiven Ouzo. Bei meinem Ausfleischundblutfreund Olaf ist das anders: der hat Ouzo, bzw. hatte. Am Sonntag Mittag war die Flasche voll, am frühen Nachmittag dann nur noch halb. Dafür ich. Und so bin ich im Gegenzustand von Nüchtern nach hause gefahren worden.
Im Laufe den Abends habe ich dann in meinem Körper ein explosives Gemisch aus Ouzo, Bier, Whisky und White Russian gemixt, welches gegen 22:00 Uhr explodiert ist. Zum Glück aller Herumstehenden allergings nur nach innen/oben. In den Kopf, nicht aus den Kopf.
Heute, ein paar Tage später, kann ich wieder denken:
“Danke, Olaf. Auch für den Haarschnitt und die Kürbissuppe.”
Das alles verarbeite ich, während mein iPhone erforscht, ob wir Vollmond haben. Denn so fühlt es sich seit Tagen an. Haben wir aber nicht. Nur das Gefühl. Wie oft fühlen wir etwas, das nicht wirklich da ist: Kälte und Hitze zum Beispiel. Oder Schmerz.
Mein iPhone macht aber auch andere feine Dinge für mich außer vom Mond zu trällert: es twittert. Ich kann allen da draußen nun auf Tritt und Schritt verraten, dass ich zu Ikea fahre, aus dem Solarium komme oder vor lauter Müdigkeit ein ganzes Weißbrot essen könnte. Ich kann anderen beim Duschen, bei Ihrer Führerscheinprüfung oder bei post mortem Beschimpfungen von Selbstmördern zuhören.
Und ich kann hier jetzt wieder öfter für Euch predigen, äh schreiben, denn mein neuer fiktiver Freund twittert auch und kann mir somit mit kleinen Schritten immer im Nacken bleiben. Und das fühlt sich warm an.

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